Scharlach – Symptome, Ursachen, Verlauf und Behandlung

 
Zu den am häufigsten auftretenden Kinderkrankheiten zählt Scharlach. Allerdings sind auch zahlreiche Erwachsene nicht vor Scharlach sicher. Als Auslöser kommen Streptokokken Bakterien in Frage.

Im Verlaufe des Lebens können mehrere Erkrankungen an Scharlach auftreten. Denn der menschliche Organismus kann keine Immunität gegen die Erreger aufbauen. Eine Vielzahl der Bevölkerung trägt Streptokokken in sich. Daraus ergibt sich die Häufigkeit der Erkrankung an Scharlach.

Häufig ist der Rachenraum beim Kind durch Streptokokken Bakterien befallen. Im Großen und Ganzen sind Kinder im Alter zwischen sechs bis zwölf Jahren von einer Scharlach-Erkrankung betroffen.

Scharlach – Symptomatik

Scharlach ist eine Infektionskrankheit. Diese breitet sich hauptsächlich bei kleinen Kindern unter zehn Jahren aus. Zu erkennen ist Scharlach an

  • Anschwellen der Hals-Lymphknoten
  • Auftreten einer Streptokokken-Angina
  • Bauch-, Hals- und Kopfschmerzen
  • Beschwerden beim Schlucken
  • Erbrechen
  • Hautausschlag mit anschließender Schuppenbildung auf der Haut
  • Mandelentzündung
  • plötzlich auftretenden Fieberschüben
  • Rotfärbung des Rachens
  • rötlich verfärbte Zunge (Himbeerzunge)
  • Unwohlsein

Ursachen für Scharlach

Als Ursachen für Scharlach kommen Toxine in Betracht. Diese treten als beta-hämolytischen Streptokokken der Gruppe A auf. Dabei erfolgt die Übertragung stets durch Tröpfcheninfektion. Husten, Lachen, Niesen und Reden bereits an Scharlach Erkrankter gehören ebenso zu Ansteckungsmöglichkeiten wie gesunde Träger beta-hämolytischer Streptokokken.

Ätiologie

In den oberen Atemwegen von Menschen befinden sich Streptokokken. Gehäuft treten Streptokokken der A-Gruppe auf. Im Labor lassen sich seitens der Mediziner alpha- und beta-hämolytische sowie nicht-hämolytische Streptokokken nachweisen. Die beta-hämolytischen Streptokokken der Gruppe A zählen zu den Erregern von Scharlach. Eine Infektion erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Epidemiologie

Zum Teil tritt Scharlach als Epidemie unter Kindern auf. Dabei sind hauptsächlich Kinder der Altersklassen fünf bis neun betroffen. Jungen erkranken häufiger als Mädchen. In städtischer Umgebung tritt eine Erkrankung vier- bis fünfmal öfter auf, als dies im ländlichen Raum der Fall ist. Scharlach breitet sich vorwiegend in den Herbst- und Wintermonaten aus. Etwa alle fünf bis sechs Jahre können zahlreiche Epidemien gleichzeitig auftreten.

Auffallend sind dabei nachfolgende Infektionsquellen:

  • Patienten mit beta-hämolytischen Streptokokken
    Rund 20 % der gesamten Bevölkerung trägt beta-hämolytische Streptokokken im Mundraum mit sich, ohne dies zu bemerken. Zum Ausbruch von Scharlach kommt es meistens jedoch nicht.
  • Patienten mit Streptokokken-Angina
    Liegt die Ursache der Angina im beta-hämolytischen Streptokokkenstamm, ist die Streptokokken-Angina ansteckend. Das Toxin wird ausgeschieden.

Ab Ende der Inkubationszeit sind Patienten ansteckend. Erfolgt eine Behandlung, bleibt die Ansteckungsgefahr noch bis zu zwei Tage erhalten. Findet keine Therapie statt, hält die Ansteckungsgefahr bis zu zehn Wochen an.

Die Streptokokken vermehren sich in den Atemwegen. Hier verursachen sie eine lokale Angina, das Toxin tritt aus und der typische Hautausschlag wird sichtbar. Nach einer Scharlacherkrankung bleibt ein Antitoxin-Antikörper zurück. Dieser trägt für eine dauerhafte Immunität Sorge.

Daran lässt sich Scharlach erkennen

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Tagen treten zunächst Symptome wie

  • allgemeines Unwohlsein
  • Entzündungen im Rachenraum
  • Erbrechen
  • Fieber

auf. Dabei erhöht sich das Fieber auf bis zu 40 Grad Celsius. Säuglinge und Kleinkinder reagieren nicht selten mit Krampfanfällen.

Kinder wie auch erwachsene Betroffene, die nicht einer Behandlung unterzogen werden, sind über einen Gesamtzeitraum von drei Wochen ansteckend.

Nimmt die Scharlach Infektion einen stark eitrigen Verlauf, kann für andere Personen die Ansteckungsgefahr durch den Ausfluss noch wesentlich länger und höher sein. Erfolgt hingegen unmittelbar nach dem Auftreten erster Symptome eine Behandlung mittels Antibiotika, lässt sich die Ansteckungsgefahr auf die ersten 24 Stunden eindämmen.

Rein äußerlich lässt sich Scharlach als sogenannte erythematöse Angina sowie zervikale Lymphadenopathie – ein Anschwellen der Lymphknoten – erkennen. Im weiteren Verlauf gesellen sich weiße Belege auf der Zunge hinzu. Dieselben lösen sich im Krankheitsverlauf und die Zunge nimmt eine tiefrote Färbung an. Dabei treten die Geschmacksknospen auffallend hervor. Dann ist die Rede von einer Erd- oder auch Himbeerzunge.

Scharlach Symptome während der Erkrankung

Ein bis zwei Tage nach der erfolgten Infektion lässt sich ein Ausschlag feststellen. Dieser geht mit kleinen, roten Pusteln einher und breitet sich nach und nach hauptsächlich im Bereich der Achseln sowie der Leisten aus. Zum Teil kann somit der gesamte Körper befallen werden, so dass im Endeffekt einzig das Areal um den Mund herum frei bleibt.

Die Blässe, die dadurch um den Mund herum sichtbar ist, ist auch unter der Bezeichnung Milchbart bekannt. Im weiteren Verlauf der Scharlach Erkrankung lassen sich nach ungefähr zwei Wochen erste Hautschuppungen an den Fingern sowie an den Zehen feststellen. Relativ selten folgt auf die Genesung die Ausbildung von rheumatischem Fieber oder auch Post-Streptokokken-Glomerulonephritis.

Streptokokken Bakterien als Ursache von Scharlach

Bei Streptokokken Bakterien handelt es sich um Schleimhautparasiten. Diese rufen eine toxische Infektion der Haut und des Rachens hervor. Streptokokken treten auf dem gesamten Globus auf. Sie zählen somit zu den meist verbreiteten Verursachern von Entzündungen im Bereich

  • des Halses
  • der Mandeln
  • des Rachens

sowie von Scharlach.

Eine Bakterieninfektion führt keine Immunität herbei. Deshalb treten immer wiederkehrende Infektionen auf.

Streptokokken zählen zu denjenigen Bakterien, die nahezu bei jedem Menschen vorkommen. Ihr natürlicher Lebensraum befindet sich im Darm wie auch auf der Hautoberfläche des Menschen. Hier rufen sie in jedem Fall Erkrankungen hervor. Ist das menschliche Immunsystem intakt, ist es in der Lage, einen Schutz vor dem Eindringen der Bakterien zu leisten.

Streptokokken führen bei einem weniger intakten Immunsystem immer zu Erkrankungen, da sie in sensible Bereiche eindringen, die unser Immunsystem nicht mehr kontrollieren kann. Zu jenen sensiblen Bereichen gehören auch

  • Magen-Darm-Schleimhäute
  • Mundschleimhäute.

Rund 20 Prozent der gesamten Bevölkerung sind besonders in der kalten Jahreszeit von Erkrankungen, bedingt durch Streptokokken, betroffen.

Übertragungswege bei Scharlach

Eine Streptokokken-Infektion und somit die Ansteckung mit Scharlach ist über die sogenannte Tröpfcheninfektion möglich. Die Übertragung findet dabei von Mensch zu Mensch statt. Also über Körperflüssigkeiten während des

  • Hustens
  • Niesens
  • Sprechens.

Darüber hinaus werden Bakterien auch über kontaminierte Gegenstände übertragen. Somit können auch Gegenstände, wie beispielsweise Spielzeug, die Bakterien übertragen.

Scharlach ist eine häufige Kinderkrankheit. Sie tritt vorwiegend bei Kindern der Altersgruppen von vier bis sieben Jahren auf. Die Ansteckung in diesem Alter ist sehr hoch. Auslöser sind Streptokokken der A-Gruppe.

Als Übertragungswege der Kinderkrankheit Scharlach kommen zwei in Betracht. Dabei geht die höchste Gefahr von besagter Tröpfcheninfektion aus. Seltener erfolgt eine Schmierinfektion über Bakterien, die auf Gegenständen wie Spielsachen vorkommen.

Übertragungsweg Tröpfcheninfektion

Den größten Teil der Infektion mit Scharlach macht die sogenannte Tröpfcheninfektion aus. Denn die Erreger befinden sich im Bereich des Rachens. Durch Husten, Niesen und Sprechen gelangen die Streptokokken an die Luft. Gesunde wie auch erkrankte Personen stoßen die Bakterien aus.

Nachdem die Tröpfchen in die Luft gelangt sind, atmen andere Menschen die sich darin befindenden Partikel ein. Hierdurch gelangen die Streptokokken an die Schleimhäute. Können sich die Bakterien gegen das Immunsystem durchsetzen, bricht Scharlach mitsamt den typischen Symptomen aus.

Neben den geröteten Rachenmandeln macht sich ein weißer Belag auf der stark geröteten Zunge bemerkbar.

Die Tröpfcheninfektion ist die am meisten gefährdete Möglichkeit, an Scharlach zu erkranken. Die höchste Infektionsgefahr besteht in gemeinschaftlichen Einrichtungen. Beispielsweise in Kindergärten und Schulen. Denn hier treffen große Menschenmengen an Jugendlichen und Kindern zusammen. Bedingt durch den engen Kontakt in den gemeinschaftlichen Einrichtungen finden Ansteckungen recht schnell statt.

Übertragungsweg – kontaminierte Gegenstände

Ist ein Kind an Scharlach erkrankt, bestehen weitere Möglichkeiten der Ansteckung, beispielsweise über Spielsachen. So gelangen die Bakterien über das berührte Spielzeug des erkrankten Kindes durch die Hand über den Mund in den Rachen des bislang noch gesunden Kindes. Hier besteht zudem die Gefahr der Bakterieninfektion über vorhandene offene Wunden. Dann ist in der Medizin auch die Rede von Wundscharlach.

Aber auch Bücher, Geschirr oder Türgriffe stellen Gefahren dar, wenn es um die Übertragung von Scharlach geht. Denn die Streptokokken haften auch hier besonders fest. Bedingt durch den Kontakt mit diesen verunreinigten Gegenständen ist eine Übertragung der Erreger leicht auf andere Personen möglich. Die Rede ist dann von der sogenannten Schmier- oder auch Kontaktinfektion.

Manchmal finden sich Streptokokken auch auf schlecht gekühlten oder verunreinigten Nahrungsmitteln. Allerdings fällt eine Übertragung von Scharlach auf Grund einer Kontaktinfektion vergleichsweise zur Tröpfcheninfektion wesentlich geringer aus.

Diagnostik von Scharlach

Der Verdacht auf eine Scharlach-Infektion besteht immer dann, wenn sich ein typischer Hautausschlag sehen lässt. Außerdem immer dann, wenn eine Angina Pectoris sowie Fieberschübe vorliegen. Mediziner lassen verschiedene Labortests zum Nachweis der Erkrankung durchführen:

  • Bakteriologische Tests dienen dem Nachweis von beta-hämolytischen Streptokokken
  • Labortests weisen das biologische Entzündungssyndrom nach
  • serologische Tests

Bei Kindern erfolgt die Scharlach-Diagnostik in den meisten Fällen durch den Kinderarzt. Aber auch der Hautarzt oder ein Allgemeinmediziner können die Diagnose stellen.

Im Großen und Ganzen lässt sich die Erkrankung relativ schnell durch die klassischen Beschwerden, wie Hautausschlag und Halsschmerzen, diagnostizieren. Ergänzend stellt der Arzt der betroffenen Person oder beim Kind den Erziehungsberechtigten Fragen zum Gesundheitszustand. Dabei kann es sich um Thematik handeln, wie

  • Zeitpunkt des ersten Auftretens von Symptomen
  • Gab es in der näheren Umgebung (Kindergarten, Schule) weitere Fälle von Scharlach-Erkrankungen.

Da Scharlach Ähnlichkeiten mit anderen Kinderkrankheiten aufweist, überprüft der behandelnde Arzt den Hautausschlag genau. Ferner führt er Tests durch, wie diese auf Druck reagiert. Roter Hautausschlag kann auch ein Hinweis auf Masern, Ringröteln oder Röteln sein. Sofern nur geringste Zweifel an der Diagnose bestehen, stehen dem Arzt zusätzlich Untersuchungsmöglichkeiten zur einwandfreien Diagnostik zur Verfügung.

Möglichkeiten zur Untersuchung zwecks Scharlach-Diagnostik

Am bekanntesten ist der Streptokokken-Schnelltest. Im Rahmen dessen nimmt der Arzt mithilfe eines Stücks Watte von der Rachenschleimhaut einen Abstrich. Streptokokken lassen sich in der Regel binnen weniger Minuten nachweisen.

Allerdings liefert der Schnelltest nicht jedes Mal ein präzises Resultat. Deswegen kann eine Blutuntersuchung der bessere Weg zur Diagnostik von Scharlach sein. Dabei wird das Blut im Labor auf spezielle Antikörper überprüft. Bei diesen handelt es sich um Abwehrstoffe, die der menschliche Organismus im Speziellen gegen Streptokokken der A-Gruppe ausbildet. Darüber hinaus lassen sich im Blut bei Scharlach größere Mengen an weißen Blutkörperchen, als dies gewöhnlich der Fall ist, nachweisen.

Mithilfe des Anlegens einer Bakterienkultur lassen sich ebenfalls Streptokokken im Blut oder aus einem Rachenabstrich nachweisen.

Behandlung von Scharlach

Scharlach lässt sich im Allgemeinen durch eine Isolierung des Patienten für einen Zeitraum von sieben bis zehn Tagen behandeln. Für diese Zeit kommt die erkrankte Person für gewöhnlich in ein Krankenhaus und muss Bettruhe einhalten. Anschließend verbleiben an Scharlach Erkrankte für bis zu drei Wochen in Isolation zu Hause. Dabei wird der Verlauf der Erkrankung über einen Zeitraum von einem Monat von Hausarzt überwacht. Dies ist notwendig, um eventuelle Komplikationen vermeiden zu können.

Sind die 30 Tage Isolation abgelaufen, erfolgt ein nochmaliger Rachenabstrich seitens des Arztes. Zusätzlich erfolgt eine Analyse des Urins. Sofern beide Resultate unauffällig sind, kann von einer Heilung der Scharlach-Erkrankung gesprochen werden.

In der Regel verordnen Ärzte zur Therapie ein Antibiotikum, meist Erythromycin oder Penicillin. Ferner erhalten Patienten ein fiebersenkendes Mittel, wie zum Beispiel Paracetamol oder Aspirin verschrieben. Dabei muss das Antibiotikum unmittelbar nach dem Aufenthalt im Krankenhaus eingenommen werden. Und zwar mindestens für einen Zeitraum von zehn Tagen, besser noch bis zum Abklingen der Entzündung.

Therapiemöglichkeiten bei einer Scharlach Infektion

Damit die Therapie gegen Scharlach Erfolg verspricht und die Streptokokken nach Möglichkeit nicht auf weitere Körperareale übergreifen, ist eine umgehenden Behandlung mithilfe von Antibiotika erforderlich.

Schon beim geringsten Verdacht auf Scharlach sollten Sie bei einem Arzt vorstellig werden. Durch einen Rachenabstrich kann dieser problemlos die Diagnose stellen. Dies geschieht mithilfe eines Schnelltests. Bestätigt sich der Verdacht, beginnt sofort die Therapie.

In der Regel dauert die Behandlung bei Scharlach mit Antibiotika zehn Tage. Penicillin wird dabei in den meisten Fällen in Tablettenform verabreicht. Essentiell für die Wirksamkeit ist eine pünktliche Einnahme des Medikaments, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit.

Wie lässt sich der Juckreiz bei Scharlach mindern?

Eines der Symptome von Scharlach ist ein quälend juckender Hautausschlag. Dieser lässt sich beim Erkrankten vielseitig behandeln. Am besten erfolgt sofort bei ersten Anzeichen, wenn sich Ausschlag bildet, eine Therapie. Auch dann, wenn der Juckreiz langsam nachlässt, empfiehlt es sich, das Antibiotika weiter einzunehmen. Weiter bringen kurzfristige Entlastungen Antihistaminika, wie beispielsweise Clemastinfumarat oder auch Diphenhydramin.

Am wirkungsvollsten konnte sich gegen den starken Juckreiz beim Hautausschlag Galmei-Lotion herausstellen. Mit einer allergischen Reaktion auf die Lotion ist nur in relativ seltenen Fällen zu rechnen. Bei einer vorliegenden Allergie macht sich diese durch einen verstärkten Hautausschlag oder auch lokalisierten Schwellungen bemerkbar. In diesem Fall ist die Galmei-Lotion umgehend abzusetzen, bzw. ausschließlich auf kleineren Flächen und als Bedarfsmedizin anzusehen.

Am einfachsten lässt sich der Juckreiz bei Scharlach mindern, indem ein warmes Bad genommen wird. Hilfreich ist auch das Auflegen kalter Kompressen auf die betroffenen Stellen.

Auf keinen Fall sollte am Hautausschlag gekratzt werden. Dies verschlimmert den Juckreiz nur und kann zudem gefährliche Entzündungen der Haut hervorrufen. Beim Tragen von Kleidung sollten juckende Stoffe wie Wolle vermieden werden. Zur Verhinderung eines übermäßig starken Ausschlages meidet der Scharlach Patient bestenfalls für den Zeitraum der Erkrankung die Sonne.

Therapie mittels Schulmedizin

Liegt der Verdacht einer Scharlach Erkrankung nahe, muss ein Bakteriennachweis durchgeführt werden. Hat der Test eine erhöhte Anzahl an Streptokokken der A-Gruppe ergeben, verordnen die meisten Ärzte Penicillin. Sofern eine bekannte Allergie gegen Penicillin vorliegt, können alternative Medikamente verabreicht werden.

Dank der hohen Wirksamkeit von Antibiotika bestehen sehr gute Chancen, dass Kinder bereits nach drei Behandlungstagen wieder in die Schule oder den Kindergarten dürfen. Allerdings gehen die Empfehlungen dahin, basierend auf den körperlichen Belastungen, mit der Ausübung von Sport bis zu zwei Wochen noch zu warten.

Alternative Therapiemöglichkeiten

Charakteristische Symptome für Scharlach bestehen in Halsschmerzen und Fieber. Aus diesem Grund empfehlen Ärzte die Einhaltung von Bettruhe. Denn der menschliche Organismus benötigt seine Kraft zur Eindämmung einer Verbreitung von Bakterien sowie dazu, die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen. Als Selbsthilfe für den Körper eignen sich verschiedene Naturheilmittel.

Homöopathische Anwendungen bei Scharlach

Mittels einer homöopathischen Therapie kann die Behandlung von Scharlach ergänzend Unterstützung erfahren. Am besten eignen sich bei

Bei der Scharlach Therapie haben sich drei homöopathisch wirksame Stoffe als besonders effektiv herauskristallisiert:

Apis mellifica
Besonders hilfreich, wenn die erkrankte Person an geschwollener Rachenschleimhaut leidet und kaum Durst verspürt – Apis mellifica*

Belladonna
Wirksam beim charakteristischen Hautausschlag sowie bei der bekannten Himbeerzunge.

Phytolacca americana
Sehr gut geeignet bei geschwollenen Lymphknoten und gegen schmerzende Gelenke.

Phytotherapie

Zur Therapie bakteriell bedingter Infektionen eignet sich insbesondere Kapuzinerkresse. Die in der Pflanze enthaltenen Senfölglykosiden in hoher Dosierung rufen eine enzymatische Spaltung herbei. Daraus entsteht Benzylsenföl. Ferner kommen in Kapuzinerkresse in hohen Dosen

  • Eisen
  • Flavonoide
  • Kalium
  • Magnesium
  • Oxalsäure
  • Schwefel
  • Vitamin B und C

vor.

Der Dünndarm nimmt das Senföl relativ schnell auf. Hier kommt es zur Bindung mit dem im Harn vorkommenden Glutathion. Durch diese Verbindung bildet sich Mercapturonsäure. Diese wird mit dem Urin später ausgeschieden. Ein weiterer Anteil des Senföls verbleibt in der Atemluft. Dadurch kann dieses seine bakterienhemmende Wirkung verbreiten.

Benzylsenf-Öl kann die Immunabwehr anregen. Dies wiederum trägt zu einer besseren Wirksamkeit des Senföls gegen Scharlach bei. Eine Beeinträchtigung von Dünn- und Dickdarm findet während dieser besonders sanften Therapie nicht statt.

Daher eignet sich Kapuzinerkresse hervorragend als alternative Lösung für all jene, die keine Antibiotika einnehmen wollen oder können. Mithilfe von Kapuzinerkresse lassen sich zudem Infekte und Entzündung erfolgreich behandeln.

Lokale Therapie von Hals und Mandeln

Zur lokalen Behandlung der Beschwerden im Hals und den Mandeln eignet sich am besten Methoden des Gurgelns oder Lutschens. Salzhaltige Pastillen können Keime abtöten. Somit lässt sich eine Linderung von Halsschmerzen und Schluckbeschwerden erzielen.

Zum Gurgeln eignen sich bei einer Scharlach-Erkrankung homöopathische Tinkturen, zum Beispiel Salbei – Salvia officinalis*. Angewandt wird diese, indem einige Tropfen der Salbeitinktur in einem halben Glas mit kaltem Wasser aufgelöst werden. Es gilt hierbei stets die Hinweise auf der Packungsbeilage zu beachten. Mit dem Gurgeln können die Entzündungsherde im Bereich des Halses effektiv minimiert werden. Ferner nehmen Beschwerden beim Schlucken sowie Halsschmerzen schnell ab.

Wadenwickel zur Fiebersenkung

Fieber ist nicht nur negativ belastet. Es hat unter anderem die Aufgabe, die Bakterien sowie deren Toxine zu bekämpfen. Durch das Unterdrücken von Fieber, beispielsweise durch die Einnahme fiebersenkender Mittel, wird der Körper an seiner Abwehrarbeit gehindert. Experten zufolge ist Fieber eine intelligente Immunstrategie.

Kinder sind schnell von starkem Fieber betroffen, so dass die Fieberschübe schnell unerträglich werden können. Wenn das Fieber zu schnell steigt, schafft der klassische Wadenwickel Erleichterung. Dabei erfolgt kein Unterdrücken des Fiebers. Sondern dieses wird mit dem Wadenwickel moduliert. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Wadenwickel ausschließlich bei warmen Füßen Anwendung finden!

Was Patienten selbst tun können

Auf keinen Fall sollten Sie einen nicht präzise definierbaren Hautauschlag versuchen selbst zu behandeln. Unterlassen Sie es ferner, erste Anzeichen für eine Hals-, Rachen- und Mandelentzündung mit Fieberschüben mit Hausmitteln behandeln zu wollen.

Symptome einer Scharlach Erkrankung lassen sich folgendermaßen – zusätzlich zur Therapie mit Antibiotika – selbst behandeln:

  • bei Schluckbeschwerden: lauwarme Hühnerbrühe trinken
  • bei Fieber: auf ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit achten, wenigstens zwei Liter je Tag sind essentiell
  • bei Fieber: Einnahme von fiebersenkenden Medikamenten und Wadenwickel
  • in den ersten Tagen unbedingt Bettruhe einhalten

Vorbeugende Maßnahmen gegen Scharlach

Damit sich Scharlach nicht weiter ausbreiten kann, empfiehlt sich eine Desinfektion des Bettes in regelmäßigen Abständen. Alle Personen, die mit der infizierten Person Kontakt hatten, müssen für mindestens zehn Tage unter klinischer Beobachtung stehen. Das können neben Familienmitgliedern auch Freunde, Bekannte oder Kollegen sein. Mitarbeiter und Kinder in Schulen und Kindergärten sollten in Prophylaxe-Maßnahmen stets mit einbezogen werden.

Nur durch eine ausreichende Aufklärung können eventuelle Übertragungswege wie auch mögliche Risiken aufgedeckt werden. Sowie ein Arzt eine Scharlach Erkrankung mit beta-hämolytischen Streptokokken erkennt, beginnt er umgehend mit der Verabreichung von Penicillin. Dieses ist über einen Zeitraum von zehn Tagen zu geben.

Liegt eine Epidemie vor, machen sich seitens der Mediziner epidemiologische Untersuchungen erforderlich. Von essentieller Bedeutung hierbei ist das Auffinden

  • der Quellen der Infektion
  • betroffener Patienten
  • von Patientenkontakten.

Benötigt werden diese Daten für die weitere Forschung.

Scharlach ohne Symptomatik

Scharlach kann auch ohne die typischen Symptome auftreten. So gibt es zahlreiche Menschen, die zwar Streptokokken-Bakterien in sich tragen, jedoch keinerlei Symptome zeigen. Das kann besonders gefährlich sein. Denn dieser Personenkreis trägt den Bakterienbefall im Bereich des Rachens bei sich und kann somit weitere Menschen anstecken. Sie selber erkranken jedoch nicht an Scharlach. Beziehungsweise weisen sie keine äußerlich sichtbare Symptomatik einer Scharlach Erkrankung auf.

Charakteristische Symptome

Eine Racheninfektion nimmt ihren Anfang sehr oft mit Halsschmerzen. Gerade in der Anfangsphase gesellen sich leichtes Fieber und an eine Grippe erinnernde Symptome dazu. Dies können ein allgemeines Unwohlsein, Krankheitsgefühl und Schüttelfrost sein.

Zudem klagen betroffene Kinder oftmals zusätzlich über

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen

Junge Patienten entwickeln in den meisten Fällen auch eine starke Mandelentzündung.

Scharlach ist eine hochansteckende Erkrankung und dies bereits vor Bemerken einer Infektion. Bereits geringe Mengen an Körperflüssigkeiten können eine Ansteckung hervorrufen.

Worauf Schwangere achten sollten

Werdende Mütter sollten auf jeden Fall für sich selbst, aber auch für ihr Baby, auf die Symptomatik von Scharlach achten. Empfehlenswert ist das Ergreifen von Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehört, dass schwangere Frauen sich von allen Personen fernhalten, bei denen Scharlach diagnostiziert wurde. Aber auch von solchen Personen, bei denen nur die Vermutung auf eine Scharlach Erkrankung besteht, sollten werdende Mütter Abstand halten.

Zwar gibt es aktuell keine Beweise dafür, dass Scharlach sich auf das noch ungeborene Kind übertragen kann. Doch man kann dies wissenschaftlich auch nicht genau ausschließen. Vermutet eine schwangere Frau unter Scharlach zu leiden, sucht diese am besten sofort einen Arzt auf. Eine umgehende Behandlung ist essentiell.

Zu den größten Sorgen einer werdenden Mutter gehören hohe Körpertemperaturen, die eine Scharlach-Erkrankung begleiten. Vor allem dann, wenn diese frühzeitig während der Schwangerschaft auftritt. Denn hohe Temperaturen können bestimmte Geburtsschäden hervorrufen.

Fieber ist für den Fötus nicht gesund. Darüber hinaus bestehen zusätzliche Risiken durch Blutinfektionen, sofern keine Behandlung der Krankheit erfolgt. Ausschließlich eine umgehende Therapie von Infektionskrankheiten wie Scharlach kann derartige Komplikationen und Risiken vermeiden helfen.

Gibt es einen Schutz vor einer Ansteckung mit Scharlach?

Einen sicheren Schutz vor einer Scharlach Ansteckung gibt es nicht. Es können jedoch einige Maßnahmen zur Vorbeugung eingeleitet werden. Hierzu ist es notwendig, über die Übertragungswege Bescheid zu wissen. Allerdings ist auch dann kein hundertprozentiger Schutz gegeben. Bislang gibt es auch keine Impfung gegen Scharlach.

Da sich Scharlach bekanntermaßen in der Hauptsache per Tröpfcheninfektion überträgt, sollte der Kontakt zu bereits erkrankten Personen gemieden werden. Zusätzlich hilft eine gründliche und in regelmäßigen Abständen vorgenommene Hygiene, das Risiko einer Ansteckung durch Schmierinfektion zu mindern. Dies trifft ganz besonders auf das Händewaschen zu.

Von einer vorbeugenden Einnahme von Antibiotika hingegen raten Experten im Allgemeinen ab. Diese kommt ausschließlich dann in Betracht, wenn gefährdete Personen von Immunkrankheiten oder weiteren schweren Krankheiten betroffen sind.

Scharlach ist deshalb so ansteckend, weil die Zeit – beginnend von der eigenen Ansteckung bis zum Feststellen der Erkrankung sowie dem Ausbruch erster Symptome – bei Scharlach ein bis drei Tage beträgt. In diesen drei Tagen weiß der Träger in den meisten Fällen selbst nicht von seiner Infektion, steckt also unbewusst weitere Personen mit Scharlach an.

Schulen und Kindergärten

In Gemeinschaftseinrichtungen stecken sich Kinder relativ schnell durch den engen Kontakt an. Durch das gemeinsame Essen, Lernen und Spielen ist die Gefahr sehr hoch. Auch in Kindergärten und Schulen gibt es keinen Schutz vor einer Ansteckung mit Scharlach. Aus diesem Grund sollte jedes Elternteil ausreichend Verantwortungsbewusstsein besitzen, sein Kind bei Verdacht auf eine Scharlach-Infektion aus der Einrichtung zu nehmen.

Dabei müssen Kinder stets so lange zu Hause bleiben, bis sämtliche Symptome – inklusive der Hautausschlag – komplett abgeklungen sind. Erfolgt eine unmittelbare Therapie mit Antibiotika, kann dies zwischen drei bis vier Tagen dauern. Ohne eine umgehende Behandlung klingen die Symptome meistens in acht bis 14 Tagen ab.

Die Dauer der Ansteckung hängt also maßgeblich vom Behandlungsbeginn mit Antibiotika ab. Wird eine Infektion mit Scharlach verschleppt und findet keine Therapie statt, oder erfolgt diese erst nach einem wesentlich längeren Zeitraum, dann hält die Ansteckungsgefahr oftmals mehrere Wochen an.

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