Was ist eine Lumbalpunktion?

lumbalpunktion

By Brainhell (English Wikipedia) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

 
Bei einer Lumbalpunktion wird Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor oder umgangssprachlich auch „Nervenwasser“ oder „Gehirnwasser“ bezeichnet) aus dem Wirbelkanal der Wirbelsäule entnommen. Dies erfolgt mithilfe einer Hohlnadel im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbal), daher auch die Bezeichnung Lumbalpunktion.

Lumbalpunktion als diagnostisches Mittel

Die Lumbalpunktion dient dem Nachweis bzw. dem Ausschluss verschiedener Erkrankungen:

  • Hirn- und Rückenmarkstumore
  • Krebsbefall der Hirnhäute
  • Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis)
  • Infektionskrankheiten
  • Störung der Blut-Hirn-Schranke
  • Multipler Sklerose

Außerdem kann bei einer Lumbalpunktion der Druck innerhalb des Schädels gemessen werden.

Die normale Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit ist wasserklar, wobei bei einer Entzündung die Flüssigkeit getrübt ist. Eine rötliche Flüssigkeit zeigt eine frische Blutung an (auch wenn es durch die Punktion selbst ausgelöst wurde). Eine gelbliche Verfärbung zeigt eine ältere Blutung an.

Lumbalpunktion zur Therapie

Bei einem zu hohen Liquordruck (bei Erweiterung der Liquorräume) kann der Arzt das Ablassen von Liquor veranlassen, um den Druck zu verringern.

Außerdem wird diese Methode auch zur Einbringung von Medikamenten in den Rückenmarkskanal genutzt. Hierzu zählen zum Beispiel Betäubungsmittel oder auch Chemotherapeutika.

Anwendung

lumbalpunktionsnadel
By Christopher Tobias Berendes (Own work Original text: selbst fotografiert) [Copyrighted free use], via Wikimedia Commons

Die Lumbalpunktion wird meistens ambulant durchgeführt und dauert ca. 15 Minuten. Der Patient sitzt mit vorgebeugtem Oberkörper (Katzenbuckel), damit die Lendenwirbelsäule gekrümmt ist. Dies erleichtert die Punktion.
Dem Patienten kann auch für eine möglichst gute Entspannung ein beruhigendes und muskelentspannendes Medikament verabreicht werden.

Die Punktionsstelle zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (oder zwischen dem 3. und 4.) wird nun desinfiziert und örtlich betäubt. Nun wird die Hohlnadel zwischen den beiden Wirbeln in den Rückenmarkskanal eingeführt .
Durch die Hohlnadel fließt anschließend der Liquor (Nervenwasser oder auch Gehirnwasser genannt) ab und wird für eine Untersuchung im Labor in einem Proberöhrchen aufgefangen.
Ist ausreichend Nervenwasser gewonnen, zieht der Arzt die Nadel wieder heraus und versorgt die Wunde.

Nach einer Lumbalpunktion sollte der Patient mindestens eine Stunde liegend verbringen. Auch in den ersten Stunden nach einer Lumbalpunktion sollte Ruhe eingehalten werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Weitere Anweisungen erhält der Patient von seinem Arzt.

Lumbalpunktion – Risiken

Bei jedem Eingriff, so auch bei einer Lumbalpunktion, können Risiken und Komplikationen auftreten. Wenn der Arzt allerdings einen gewissenhaften Job macht, sind die Risiken minimal.

Zu den Risiken einer Lumbalpunktion zählen:

  • Blutungen
  • Infektionen
  • Kreislaufstörungen

Des Weiteren kann das Liquorunterdrucksyndrom auftreten. Dieses äußert sich durch Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Tinnitus, Übelkeit und/oder Lichtempfindlichkeit.

Nebenwirkung einer Lumbalpunktion

Auch Nebenwirkungen treten bei richtiger Durchführung selten auf.

Nebenwirkungen können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schmerzen am Einstichsort

Von den genannten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Übelkeit die häufigsten. Sie sollten innerhalb von einem Tag wieder von allein zurückgehen. Sollten die Beschwerden mehrere Tage andauern, ist ein wiederholter Besuch beim Arzt erforderlich.

Ist eine Lumbalpunktion schmerzhaft?

Da die Anwendung unter örtlicher Betäubung stattfindet, ist der Eingriff in der Regel nicht schmerzhaft. Einige Patienten finden den Eingriff allerdings unangenehm.

Ist eine Lumbalpunktion gefährlich?

Wenn die Durchführung unter sterilen Bedingungen und eine Voruntersuchung mit richtiger Lokalisation der Einstichstelle stattfindet, ist von dem Eingriff keine Gefahr aus zu gehen.

Mögliche Komplikationen währen:

  • Verletzung des Rückenmarks und der Nervenbahnen
  • Gehirnschädigung
  • Infektionen
  • Kopfschmerzen

Um mögliche Komplikationen auszuschließen ist eine Vorabuntersuchung erforderlich.

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