MRSA – Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

MRSA

Was ist MRSA?

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) sind eine Antibiotika resistente Staphylokokkenart, die im Volksmund auch als Krankenhauskeime bezeichnet werden.

MRSA

Die Bakterienart Staphylococcus aureus kommt häufig auf der Haut und in den Schleimhäuten von gesunden Personen vor, ohne Schaden anzurichten. Sie siedeln sich z.B. in Nasenvorhof, Rachen, Leisten und Achseln an. Erst wenn diese Bakterien über offene Wunden oder Schleimhäute in den Körper gelangen, spricht man von einer Infektion. Da die MRSA gegen die meisten Antibiotika unempfindlich (multiresistent) sind, kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen. Die Behandlung wird durch die Multiresistenz erschwert.

MRSA werden häufig als „Krankenhauskeime“ bezeichnet. Das rührt daher, dass die Bakterien vor allen in Krankenhäuser zu finden sind. Durch den Einsatz von Antibiotika werden die Bakterien resistent. Früher waren diese Bakterien häufiger aufzufinden. In den letzten Jahren ist ein Rückgang zu verzeichnen.

Wie werden MRSA übertragen?

Es bestehen 3 Möglichkeiten, sich mit den Bakterien anzustecken: von Mensch zu Mensch, über verunreinigte Gegenstände und von Tier zu Mensch.

Von Mensch zu Mensch

Der häufigste Übertragungsweg ist von Mensch zu Mensch. Vor allem beim Händeschütteln, Niesen, Husten oder Sprechen. Dabei können sowohl infizierte Personen als auch Personen, die die Bakterien an sich haben, andere Personen anstecken.

Über verunreinigte Gegenstände

Eine weitere Möglichkeit, sich mit den MRSA-Bakterien anzustecken, ist der Kontakt mit verunreinigten Gegenständen. Vor allem im öffentlichen Bereich, da dort viele Menschen aufeinandertreffen. Dazu zählen z.B. Türklinken, Handläufe, Griffe, Wasserhähne, etc. Auch der Einkaufswagen und das Wechselgeld können MRSA-Keime enthalten.

Sollte eine Person im gleichen Haushalt mit den MRSA-Bakterien infiziert sein, empfiehlt sich eine besondere Hygiene. Achten Sie darauf, dass Sie beim Sprechen nicht all zu nah an andere Personen stehen. Verwenden Sie keine Badetücher zum Abtrocknen der Hände, sondern nutzen Sie lieber Papiertücher. Schmeißen Sie diese in einen Mülleimer mit Deckel. Dies verringert die Gefahr, andere Personen anzustecken.

Da die Keime vorwiegend im Krankenhaus anzutreffen sind, ist auch der Kontakt in diesem möglich. Dies geschieht über das Pflegepersonal, verunreinigte Gegenstände wie z.B. Katheter, Atemschläuche, etc.

Von Tier zum Menschen

Auch eine Übertragung von Tier auf den Menschen ist möglich, wenn sich das Tier (meist Nutztiere) vorher angesteckt hat.

Resistenzmechanismus

Der Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) ist wie der „normale“ Staphylococcus aureus ein weitverbreiteter Keim. Die MRSA-Bakterien sind vom Erscheinungsbild nicht von anderen Staphylokokken zu unterscheiden. Der einzige Unterschied ist die Fähigkeit, gegen bestimmte Antibiotika (die sogenannten Beta-Lactam-Antibiotika) standzuhalten, sprich resistent zu sein.
Die MRSA-Bakterien stellen ein spezielles Eiweiß her, welches verhindert, dass das Antibiotika wirken kann. Eine Infektion ist deshalb sehr schwer zu behandeln.

Inkubationszeit

Ungefähr vier bis zehn Tage nach einer MRSA-Infektion treten die ersten Symptome auf. Bei Personen, die nicht von MRSA infiziert, sondern lediglich besiedelt sind (sog. Kolonisation), kommt es dagegen oft gar nicht zu Beschwerden. Teilweise leben die Keime einfach dauerhaft auf Haut und Schleimhäuten, ohne Symptome hervorzurufen. Unter Umständen können MRSA-Keime jedoch später noch zu einer Infektion und zu Symptomen führen, wenn etwa das Immunsystem geschwächt ist.

Symptome von MRSA

Bei einer Infektion mit MRSA-Keimen können die gleichen Symptome auftreten, wie bei einer „normalen“ Staphylokokken-Infektion. Diese Infektion ist auch nicht schwerwiegender. Allerdings ist eine Behandlung schwieriger, da die Keime gegen die meisten Antibiotika resistent sind. Dies kann lebensgefährliche Folgen haben.
Folgende Symptome können auftreten:

– Übelkeit
– Erbrechen
– Durchfall
– Bauchschmerzen
– Schwächegefühl
– Herzrasen

Es kann zu einer Infektion der Haut führen (Furunkel). Außerdem ist eine Entzündung der Organe sowie eine Blutvergiftung möglich.

Diagnose – wie wird eine MRSA-Infektion festgestellt?

Die Diagnose bei einer MRSA-Infektion findet beim Arzt statt. Für die Tests nimmt der Arzt Abstriche von Rachen, Achseln bzw. bei einer Wundinfektion untersucht er Eiter und Wundsekret.

Im Labor findet eine genaue Keimbestimmung statt. Mit Hilfe eines Antibiogramms werden dann die genauen Bakterien bestimmt. Bei dem Antibiogramm sieht man auch, welche Medikamente noch wirken und gegen welche Medikamente die Bakterien resistent sind. So lässt es sich herausfinden, welche Medikamente für eine erfolgreiche Behandlung verwendet werden können.

Wer ist besonders gefährdet?

Gesunde Menschen müssen sich eher weniger Sorgen machen. Viele Personen haben die MRSA-Bakterien auf der Haut oder in den Schleimhäuten. Das Risiko einer Infektion ist aber gering.

Personen mit einem schwachen Immunsystem, Diabetiker und Menschen mit einer Wund- oder Brandverletzung sollten die Bakterien aber ernst nehmen. Bei diesen Personen ist eine Infektion wahrscheinlich, wenn sie die Keime bereits auf Haut oder Schleimhäute haben.

Therapie und Behandlung

Die Behandlung bei einer MRSA-Infektion besteht meist aus einer Kombination verschiedener Antibiotika. Dabei wählt der Arzt die genauen Medikamente aus, die vorher bei einem Antibiogramm bestimmt wurden.

Zum Einsatz kommen z.B. die Glykopeptid-Antibiotika Vancomycin und Teicoplanin sowie neuere Präparate wie Linezolid, Daptomycin und Tigecyclin. [1]

Die sogenannten Beta-Lactam-Antibiotika sind ungeeignet, denn die Bakterien sind gegen diese Antibiotika resistent.

Bei der Behandlung von infizierten Patienten sollte man besonders auf die Einhaltung der hygienischen Maßnahmen achten. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wird die betroffene Person isoliert.

Behandlung auch bei Besiedlung

Auch bei Personen, bei denen eine Besiedlung vorliegt, ohne selbst daran zu erkranken, sollte eine Behandlung erfolgen. Dies verhindert die Ausbreitung von MRSA-Bakterien.
Je nach Ort der Besiedelung erfolgen unterschiedliche Maßnahmen. Ist der Nasenraum betroffen, wird eine Mupirocin-Nasensalbe verwendet. Bei dem Rachenraum setzt man auf eine desinfizierende Mundspülung und bei einer Besiedlung der Haut, muss die Person ihren ganzen Körper mit antiseptischen Seifen waschen.

Vorbeugen

Da die Bakterien häufig in Krankenhäusern vorkommen, können diese entsprechende Hygienemaßnahmen treffen. Dazu zählen z.B. die Desinfektion von Händen und Gegenständen und der Gebrauch von Einmalhandschuhen.

Sollte im gleichen Haushalt eine Person leben, auf der sich MRSA-Keime angesiedelt haben, muss besonders auf die Hygiene geachtet werden.
Nach einer Behandlung im Krankenhaus werden die Patienten meistens entlassen, wenn sich noch MRSA-Keime auf ihnen befinden. Gesunde Menschen sollten sich nicht all zu große Sorgen machen. Aber dennoch ist auf eine besondere Hygiene zu achten. Dazu zählt z.B. das gründliche Waschen mit Seife und eine Desinfektion danach. Auch sollte enger Körperkontakt oder Küssen vermieden werden, da sonst die Keime leichtes Spiel haben.
Besonders müssen Personen mit offenen Wunden aufpassen, hier ist die Gefahr einer Ansteckung sehr groß.

Meldepflicht

Ist eine MRSA-Infektion nachgewiesen, muss diese beim Gesundheitsamt gemeldet werden.

 
 

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